Irish Sunday

sonntag = ruhetag. das ist auch in irland so. dazu gehört selbstverständlich auch regen. mal mehr, mal weniger, hauptsache regen. nichtsdestotrotz will das empfohlene pub im nächsten ort = Castletownbere besucht werden. positiv fällt auf, dass in der – gefühlt – 112 einwohner zählenden (an)siedelung sogar zwei supermarkets (spar, supervalu) auch sonntags geöffnet haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

McCarthys bar, Castletownbere, West Cork, Ireland

  

nach betreten des McCarthys pub ist man sofort in einer anderen welt. zuerst noch gerammelt voll mit hauptsächlich einheimischen zwischen 6 und 76 jahren, dazwischen ein paar touristen, lichten sich die reihen nach dem 4. guinness. selbstverständlich trifft man auch hier auf deutsche staatsbürger, die sich zwar höflich vorstellen, aber im gleichem atemzug einem unverblümt eröffnen, dass es ihnen lieber gewesen wäre, wenn sich ein nicht-deutsch-sprechender (österreicher inklusive) gast neben sie gesetzt hätte. pech gehabt. in doppeltem sinne. ich erwidere höflich, dass mir dasselbe auch lieber erspart geblieben wäre. in diesem moment weiss man nicht, ob einem zum lachen oder zum weinen zumute ist. gottseidank wird man durch das inbrünstige singen alter irischer volkslieder schnell vom nachdenken abgelenkt.

this is ireland:

irgendwie folgt alles einer “inneren uhr”: plötzlich singt ein über 60-jähriger a capella, als darauf die gesamte musikertruppe ein schwermütiges irisches lied anstimmt, das vom auswandern nach “good old california” erzählt. die zeit bleibt irgendwie stehen. selbst, wenn man sein handy zückt, um ein zwei momente der glückseligkeit einzufangen, vergisst man dabei auf die uhr zu schauen… und so zwingt man sich, nach dem 5. guinness sein auto aufzusuchen, um noch halbwegs sicher, vor einbruch der dunkelheit, in seinem remote refugium den sonntag mit gemeinsamen kartenspielen mit seiner liebsten und einem jameson ausklingen zu lassen.

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