Wir packen unsere Koffer…und fliegen auf die Azoren.
Aus der Not des verpflichtenden Urlaubsabbaus heraus führte uns die Reise gleich zu Jahresbeginn auf die Azoren. Genauer gesagt ging es von Wien über Lissabon und auf die Azoren Hauptinsel Sao Miguel und von dort per Inselflug weiter nach Pico.
Freitag, 02.01. – Tag 1 / Sao Miguel
Anreise via Lisabon, 1 Nacht airbnb
Für Pico haben wir uns diese Punkte/Orte zur Erkundung vorgenommen: Azores/Pico
Da die Anreise auf die Azoreninsel Pico nur über die Hauptinsel São Miguel von Wien aus möglich ist, mussten wir eine Zwischenübernachtung buchen. Die Azorean Urban Lodge liegt nur etwa zehn Autominuten vom Flughafen Ponta del Gada auf Sao Miguel entfernt; die Taxikosten zu der Unterkunft von rund zehn Euro waren fair. Für eine Nacht bot das Hostel ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ausreichend Komfort – auch wenn sich Bad und WC am Gang befanden.
Nach Überwundung von zwei Zeitzonen und rund elf Stunden, ließen wir den Tag mit einem kleinen Abendessen in einem netten Fischlokal in der Innenstadt von Ponta Delgada ausklingen.
Da wir in etwa einer Woche nochmals hier sein werden, verzichteten wir diesmal auf die klassische Stadterkundung – auch mit dem Wissen, dass die Reise schon in wenigen Stunden weitergeht.
Samstag, 03.01. – Tag 2 / Sao Miguel > Pic0
Anreise auf die Insel Pico
Es war eine sehr kurze Nacht, doch das nächste Ziel wartete bereits. Das am Vorabend reservierte Taxi für den Flughafentransfer erschien überaus pünktlich, sodass die Reise kurz nach 6 Uhr in Richtung Flughafen beginnen konnte. Um 8:20 Uhr hob schließlich die Dash400 mit stilvollem Propellerlärm nach Pico ab.
Der 45-minütige Flug war diesmal etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil die Propellermaschine Erinnerungen an die wundervolle Hochzeit auf Maui weckte, sondern auch, weil Chrissy’s lang ersehnter Fensterplatz einen herrlichen Blick auf das Meer bot. Das Zusammenspiel von Sonne und Wolken war beeindruckend – eine sensationell schöne Einstimmung auf den Urlaub.
Ohne Mietauto geht auf dieser kleinen Insel praktisch nichts – für uns aber absolut kein Problem. Schließlich wollen wir flexibel bleiben. Dieses Mal haben wir bei Micauto gebucht. Die Mietstation liegt zwar ca. 11 km vom Flughaven entfernt in Madalena, doch dank Shuttleservice war das schnell und unkompliziert erledigt.
Unsere Unterkunft, die Casa de São João, haben wir diesmal über booking.com gebucht. Von der Autovermietung sind es nur etwa 45 Minuten Fahrt dorthin – wie alles auf dieser Insel: schnell erledigt 😉.
Nachdem wir die Koffer abgestellt hatten, ging es direkt in den Supermarkt. Angesichts der vielen geschlossenen Lokale setzen wir heute lieber auf unsere eigene Kochkunst.
Nach dem üppigen Essen war ab dem Nachmittag erst einmal eine Pause angesagt. Reisen ist schließlich alles andere als Urlaub 😉.
Für Sao Miguel haben wir uns diese Punkte/Orte zur Erkundung vorgenommen: Azores/Sao Miguel
Sonntag, 04.01. – Tag 3 / Pico
Ausflug Insel Pico – Ost(ende)
Ausgeschlafen und vollkommen entspannt entschieden wir erst am Vormittag, was wir uns heute auf der Insel ansehen wollten. Als Ziel hatten wir den Osten von Pico zu erkunden, doch unterwegs ergaben sich immer wieder unerwartete und wunderschöne Stopps.
So legten wir zum Beispiel ganz spontan eine Pause an dem wunderbaren Aussichtspunkt Jardim Penedo Negro in Lajes do Pico ein. Im wahrsten Sinne des Wortes konnte man hier wunderbar „abhängen“ 😉.
Unsere weitere Route führte uns ungeplant zu einem Nachmittagssnack in die Mar Sushi Terrace – Sushi mit ausschließlich Fisch von den Azoren.
Ziemlich zufrieden ging es anschließend weiter zum östlichsten Punkt der Insel, inklusive Leuchturm Farol da Ponta da Ilha.
Auf dem Rückweg ergab sich noch ein spontaner Fotostopp mit Blick auf den Vulkan Pico (2351 m). Um diese Jahreszeit zeigt er sich nur selten, also hieß es: schnell anhalten und die Gelegenheit nutzen.
Den Sonnenuntergang genossen wir schließlich ganz entspannt in unserer Unterkunft mit Fertigpizza und BESTEM azorischen 2 EUR Wein und mit einem großartigen Blick Richtung Osten.
Montag, 05.01. – Tag 4 / Pico
Madalena und Wines of Azores
Heute stand die westlichste Stadt auf Pico, Madalena auf dem Programm. Neben einem gemütlichen Spaziergang spielten wir mit dem Gedanken, mit der Fähre für einen Tagesausflug nach Faial überzusetzen – der Mittwoch war dafür gedanklich eigentlich schon fest gebucht.
Doch dann, mitten in der ultrakleinen Stadtbesichtigung, stolperten wir über CW Azores. Whale Watching! Offenbar hat inzwischen auch der “der Chef” 😛 eine gewisse Sympathie für sehr große Meeressäuger entwickelt ;-).
Kurz gesagt: Die Nachbarinsel muss warten. Faial wurde auf unbestimmte Zeit vertagt – und der Mittwoch sollte jetzt den Pottwalen 🐋 gewidmet werden.
Anschließend sind wir noch kurz an die Küste zur Cella Bar gefahren. Leider war sie geschlossen, sodass nur Fotos von außen möglich waren. Das traditionelle Abschlussabendessen müssen wir also wohl doch an einem anderen Ort genießen.
Nun zum letzten Punkt des Tages: Unesco Weltkulturerbe (Pico Island Vineyard Culture) zur Windmühle Farol da Ponta da Ilha inmitten – für Pico so speziell und charakteristisch – schwarzer Lavasteinmauern, dazwischen Rebstöcke auf kleinsten Parzellen, geschützt vor Wind und Meersalz – ein einzigartiges Kulturlandschaftsbild.
Auf dem Heimweg ergab sich zudem die Gelegenheit, eindrucksvolle Fotos von der gigantischen Gischt des Ozeans aufzunehmen.
Dienstag, 06.01. – Tag 5 / Pico
Pico – 3 h / 13 km Wanderung
Heute ist Wandertag. Der Ausgangspunkt unserer Tour liegt etwa 25 Kilometer von unserer Unterkunft entfernt, im Landesinneren der Insel. Mit Blick auf die Windräder beginnt unsere rund 13 Kilometer lange Wanderung.
Bereits nach den ersten zwei Kilometern kommt das Meer in Sicht. Von hier aus eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf die Nachbarinsel São Jorge. Dieser beeindruckende Ausblick begleitet uns fortan auf den roten Schotterstraßen.
Auch das typische Azorenwetter ist unser ständiger Begleiter: Wind, Sonne und Nebel wechseln sich ab – immerhin bleiben wir vom Regen verschont.
Nach rund drei Stunden leichter Wanderung kehren wir zu unserem Mietwagen zurück. Die Tour war sehr kurzweilig und ist absolut empfehlenswert.
Den Abend lassen wir schließlich etwas ungewöhnlich ausklingen – mit einem Stromausfall und einer Verkühlung von Chrissy.
Mittwoch, 07.10. – Tag 6 / Pico
R&R – relax & recreation
Leider war schon beim ersten Klingeln des Weckers klar – Alexander mehr als mir –, dass das mit dem Whalewatching heute nichts werden würde.
Ein Ausflug auf stürmischer See wäre für Chrissys Verkühlung ungefähr so förderlich gewesen wie Eiswürfeltee bei Grippe. Also sagte der fürsorgliche Ehemann schweren Herzens das Event ab. Die gewonnene Zeit nutzten wir konsequent sinnvoll: noch einmal vier Stunden zurück ins Bett.
Auch der Rest des Tages stand ganz im Zeichen der Erholung. Statt Pottwale schauen, Netflix schauen.
Das war dann deutlich weniger nass, aber ebenfalls fesselnd.
Für einen kleinen Spaziergang zum nächsten Mini-Markt und eine Runde durch den Ort reichte die Energie dann doch noch. Und damit war das Tagesprogramm auch schon vollständig ausgeschöpft.
Donnerstag, 08.01. – Tag 7 / Pico
Pico Nord – Sao Roque
Am frühen Nachmittag machten wir uns auf den Weg nach São Roque, einem kleinen Ort mit einem beeindruckenden natürlichen Schwimmbecken, dem Cais do Poço. Historisch ist São Roque stark vom Walfang geprägt. Im Hafen befindet sich dazu auch ein Museum, das wir jedoch ausgelassen haben.
Anschließend zog es uns noch einmal ans Meer nach Arcos. Die vom Vulkanismus geprägte Landschaft in Kombination mit dem wilden Meer ist hier besonders eindrucksvoll.
Den Abend lassen wir – wie so oft – bei gutem Essen in der Casa Pico entspannt ausklingen.
Freitag, 09.01. – Tag 8 / Pico
Rainy day & the missing piece: Pico north east
Die erste Hälfte unseres Urlaubs ist schon vorbei – kaum zu glauben, wie schnell die Zeit vergeht, wenn jeder Tag mit (Natur)Erlebnissen gefüllt ist. Heute verabschieden wir uns von Pico.
Der Himmel meinte es allerdings nicht gut mit uns und weint sich heute ordentlich über der Insel aus.
Leider viel zu spät kam der Autorin das Ausflugsziel Lagoa do Capitão in den Kopf. Bei klarer Sicht soll sich hier der Pico spiegeln. Doch heute waren wir von klarer Sicht Lichtjahre entfernt. Wind und Nebel tobten so heftig, dass nicht einmal ein vorsichtiges Öffnen der Autotür möglich war. Und ganz ehrlich: Selbst wenn es möglich gewesen wäre, hätte es wenig Charme gehabt. Außer natürlich, man ist Hobbyfotograf und liebt es, das Wetter auf Haut und Linse zu fühlen.
Diese Runde ging eindeutig an das Wetter. Doch geschlagen geben? Nicht mit uns. Also beschlossen wir kurzerhand, die restliche Insel zu umrunden. Der nordöstliche Teil stand ohnehin noch auf unserer Entdeckungsliste. Auf die einzelnen Orte gehe ich nicht näher ein – kennt man einen, kennt man sie alle.
Zum Abschluss gab es noch einmal Pizza im „Glaskasten“ – allerdings nicht ganz so dramatisch wie bei YOU 😉. Ein Ausstieg wäre jederzeit möglich gewesen.
Jetzt heißt es Koffer packen, denn das nächste Abenteuer wartet: Inselhopping nach São Miguel. Und wir werden dort bereits erwartet ;-).
Samstag, 10.01 – Tag 9 / Pico > Sao Miguel
Tag der Übersiedelung – zu Land, zur See, zur Luft
Wie schon am Abend zuvor wurde auch der frühe Morgen von Windböen bis zu 50 km/h begleitet. Der kräftige Rückenwind brachte uns rasch zur Autovermietung, wo wir – zumindest unserer Erinnerung nach – vereinbart hatten, das Auto um 7:30 Uhr zu retournieren.
Madalena – diesen Namen kannten wir bereits von unserem Besuch in der gleichnamigen Stadt und in ebendiesem Ort befand sich bezeichnenderweise auch die Autovermietung. Während der Ort selbst eher beschaulich wirkt, gilt das für die gleichnamige Dame von der Autovermietung ganz und gar nicht. Sie stellte außerdem sicher, dass wir uns ihren Namen gut merken: mindestens fünfmal hat sie ihn erwähnt. Madalena funktioniert nicht ohne Kaffee. Sagt sie. Und eigentlich sollten wir dankbar sein, dass sie überhaupt schon da ist – um 7:50 Uhr! Schließlich öffnet der Laden offiziell erst um 8 Uhr. Madalena redet gerne, aber bitte mit System: zuerst Kaffee, dann das Geschäft. Und Aufregung? Völlig unnötig. Der Flug geht ja „erst“ in einer Stunde.
Nach reichlich Bla Bla sitzen wir schließlich um 8:15 Uhr im Electro-Shuttlebus. Aber ohne Rückenwind. Madalena fährt lieber 50 km/h anstelle der erlaubten 80 km/h.
Kaum am Flughafen angekommen, geben wir gleich die Koffer ab. Schließlich wollen wir den 45 minütigen Inselflug nach Sao Miguel nicht verpassen. Noch schnell ein Kaffee – denn auch wir sind ohne Koffein nur eingeschränkt einsatzfähig – und dann wären wir eigentlich bereit für den Abflug. Nada!
Irgendwie war es seltsam. Ein Blick aufs Rollfeld: kein Flugzeug. Ein Blick in die Flugtracking-App: ebenfalls nichts. Hm. Na gut. Also schauen wir eben – zur Überbrückung der Wartezeit – dem Flieger aus Lissabon zu, wie er landet Tja. Zu unserer Überraschung tat er genau das nicht, sondern startete kurzerhand wieder durch. Später erfuhren wir den Grund: Die starken Winde ließen keine Landung zu. Genau diese Winde waren schließlich auch der Grund, warum unser eigener Flug gestrichen wurde.
So mussten wir den Terminal verlassen und auf weitere Infos im check in Bereich warten. Das ging dann eigentlich recht rasch und via SMS kam die Info: nächster Flug 16:15 Uhr.
C&A sahen sich schon bei 7 Jolly-Runden und genauso vielen Bier am Gate sitzen. Nada!
Das Universum (also die Fluggesellschaft) hatte andere Pläne. Wer nach Ponta Delgada will, muss die Fähre auf die Nachbarinsel Faial nehmen und von dort hebt dann der Vogel nach Sao Miguel ab.
Da der Samstag für uns ohnehin ein Reisetag war, war das für uns in Ordnung es war sowieso die einzige möglichkeit für uns (wie 7 andere Reisende) unser nächstes Ziel zu erreichen.. Die Fluggesellschaft hatte schon alles vorbereitet:
Voucher für die Taxifahrt nach Madalena, Vocher für ein Mittagessen um 15 EUR/Person und den Voucher für die Fähre von Madalena/Pico nach Horta/Faial.
Nachdem wir unsere Fährtickets in den Händen hielten, steuerten wir zielstrebig das Mittagessen an – und landeten witzigerweise genau in dem Lokal, das uns schon bei unserem allerersten Ausflug ins Auge gefallen war: dem O Cinco.
Dort gab es ein Thunfischsteak, ein Rumpsteak und einen Liter trockenen Vinho Verde. Schließlich braucht man für eine Überfahrt bei starkem Wellengang sowohl etwas Festes als auch ausreichend Flüssiges im Magen. 🌊🍷
Auf uns neun sollte eigentlich ein Bus warten, der uns von der Fähre zum Flughafen Horta bringt. Dieser hat anscheinend auf uns vergessen, so dass der 50-Sitzer erst auf Nachfrage eine Stunde vor Abflug kam.
Ab hier hat dann alles geklappt. Der Flug war ziemlich pünktlich. Am Flughafen Ponta Delgada haben wir dann noch das Mietauto übernommen und ab ins Hotel.
Das Apartment Hotel Casa da Galeria liegt im Zentrum von Ponta Delgada und wir haben mit nur 7-stündiger Verspätung eingecheckt.
Das Hotel ist sehr modern und das 35m2 große Zimmer sehr komfortabel. Ebenso toll ist, dass wir angesichts der engen Straßen uns über einen inkludierten Garagenplatz freuen dürfen.
Nachdem die Koffer im Zimmer verstaut waren, fuhren wir noch in die Shopping-Mall in den überaus großen Supermarkt Contintente.
Das war aber dann auch wirklich der letzte Programmpunkt für diesen Tag.
Noch einen Snack in unseren neuen Casa und dann aber guuuuute Nacht.
=> alle Fotos Sao Miguel 10.01.
Sonntag, 11.01. – Tag 10 / Sao Miguel
City of Ponta Delgada
In diesem Aparthotel wird das am Tag davor ausgewählte Frühstück in das Zimmer gebracht wird. Es wurde für 9 Uhr bestellt und kurz vor der Anlieferung wurden wir munter. Die eine mehr, der andere weniger.
Wir starten sehr gemütlich in den Tag. Das tat der Seele nach dem gestrigen nicht enden wollenden Reisetag sehr gut.
Gegen Mittag machen wir einen Spaziergang. Das einzige Ziel war das Meer. Durch die gute Lage sind wir bald an der Promenade angekommen und sind diese entlang spaziert.
Ein Bierchen mit Blick auf Hafen und Wasser lassen wir uns nicht nehmen und kehren im Baia dos Anjos bei bei wolkenbedecktem Himmel und fresh’en 15°C Außentemperatur ein. Angesichts der guten Speisekarte überlegen wir sogar unseren letzten Abend zu verbringen.
Heute essen wir nichts dort, da wir heute noch Spaghetti Bolognese auf unseren beiden Herdplatten im Hotel kochen werden. Als Nachspeise gibt es einen kamoten Nachmittag.
=> alle Fotos Sao Miguel 11.01.
Montag, 12.01. – Tag 11 / Sao Miguel
(Instagram-)Lost Place und eine verpasste Bademöglichkeit
Manchmal entstehen unsere Stopps geplant (siehe Google my Maps: Azores/Sao Miguel) oder extrem spontan. Frei nach dem Motto: Google Maps auf, Route anschauen, irgendwas Antikes anklicken, losfahren. Heute war Chrissy an der Reihe und hat dabei ein Aquedukt entdeckt. Voller Stolz natürlich. Dummerweise hatte gefühlt das halbe Internet dieselbe geniale Idee. In Zeiten von Instagram war diese „geheime“ Sehenswürdigkeit natürlich schon lange kein Geheimnis mehr. Und Chrissy dachte ernsthaft, sie wäre die einzige Person auf den Azoren mit Google Maps und Abenteuerlust….
Ungefähr in dieser Art und Weise ging unsere Reise weiter – wir hatten inzwischen das Gefühl, dass wir in jeder zweiten Kurve dieselben Leute (mostly influencers 😳 ) wieder trafen. Wahrscheinlich dachten die das Gleiche über uns.
Unser nächster Halt war das legendäre, verlassene Monte Palace Hotel. Ein echter Volltreffer für Lost-Place-Fans. Die Ganze Geschichte hier.
Schon bei den vorherigen Stopps wehte uns der Wind ordentlich um die Nase. Aber dass wir ausgerechnet auf dieses Highlight verzichten mussten, war dann doch eine kleine Enttäuschung. Am Ponta da Ferraria blies uns ein Wind mit rund 50 km/h entgegen – genug, um von dieser Idee abzukommen. Durch die Böen und den wilden Wellengang war an ein entspanntes Bad in den heißen Quellen nicht zu denken. Selbst die Fische hätten wahrscheinlich gesagt: „Heute lieber nicht.“
Und weil das Internet bekanntlich alles weiß – auch Dinge, nach denen man gar nicht gesucht hat – hat Alexander natürlich herausgefunden, wann die perfekten Badezeiten gewesen wären. Nur blöd, dass der Wind das offensichtlich nicht gelesen hatte.
In Ponta Ferraria gibt es ein kleines natürliches Becken. Das Besondere daran ist, dass sich an dieser Stelle das von unten austretende Thermalwasser mit dem Meer(Salz)wasser vermischt. Das Thermalwasser tritt mit Temperaturen um die 60 °C an die Oberfläche. (Quelle: Parques Naturais Azores). Je nach Vermischung mit dem Meerwasser (Hoch- bzw. Niedrigwasser) entsteht so eine mehr oder weniger angenehme Badetemperatur.
=> alle Fotos Sao Miguel 12.01.
Dienstag, 13.01. – Tag 12 / Sao Miguel
all inclusive: Museum, beatuiful lakes and a church
Heute begann der Ausflugstag mal wieder spontan. Unsere Apartmenthotel verbindet Unterkunft und Kunst.
Jedes Zimmer ist mit individuellen Bildern (Kunstdrucken) ausgestattet. Und neugierig wie Chrissy ist, hat sie mal zwischen den Jolly-Runden eine Google-Lens gefragt, was ein solches Bild im Original wert ist. So würde das Originalbild in der Lobby etwa über 100.000 EUR kosten.
Wir kamen dann zufällig mit der Dame ins Gespräch, die die einzelen Vernissagen in den kuratorisch in den Hotels organisiert. Es war wirklich ein sehr interessanter Einblick. Sie gab uns dann auch den Tipp für das Arquipélago – Centro de Artes Contemporâneas.
Wir entschieden uns ganz spontan für einen Besuch der Ausstellung von der Künstlerin Lourdes Castro.
Das nächste Ziel war leider geschlossen. Die Saison für Therme Caldeira Velha startet erst im Februar.
Dann halt zu etwas zeitlosem was immer offen hat, der sehr hoch gelegene Aussichtspunkt Barrosa.
Die Bergfahrten sind sehr anstrengend, so war gaben wir uns noch einen letzte Motivation für einen Blick auf die Felseninsel ilhéu da Vila. Vom Festland (sofern das man auf den Azoren sprechen kann) hat man hier einen guten Blick auf die nahegelegende Insel.
Im Rücken war schon unser letztes Tagesziel, die Chapel (Sanctuary) of Nossa Senhora da Paz.
Normalerweise genießt man hier oben einen fantastischen Sonnenuntergang. Normalerweise. An diesem Tag jedoch gewann die Müdigkeit haushoch. Wir wollten nicht eine Stunde auf die Romantik warten ;-).
=> alle Fotos Sao Miguel 13.01.
Mittwoch, 14.01. – Tag 13 / Sao Miguel
home >(((((°> [fish] home
Wir gönnen uns heute wieder einen Ruhetag, da wir noch genügend Tage übrig haben für unsere Abenteuer. Nach dem Frühstück sind wir ohne Ziel und bei angehnehmen Temperaturen und Sonne durch Ponta Delgada’s enge Gassen spaziert. Ein Bierchen mit Meerblick durfte da natürlich nicht fehlen.
Der Nachmittag verlief dann im Modus „maximal entspannt“. Ein bisschen Blog hier, ein bisschen Herumlümmeln da. Bewegungsradius irgendwo zwischen Sofa und sehr gemütlichem Stuhl. Perfekt.
Das absolute Tageshighlight wartete jedoch am Abend im Restaurant Bom Pesqueiro. Als Vorspeise kamen sensationelle Shrimps in einer würzigen Paste auf den Tisch. Ab diesem Moment war klar: Dieser Abend wird super lecker. Es folgte unser erster Boco Negra Fisch. Der Wein aus dem Douro Tal tat dann sein Übriges und sorgte dafür, dass wirklich alle Sinne begeistert applaudierten.
=> alle Fotos Sao Miguel 14.01.
Donnerstag, 15.01. – Tag 14 / Sao Miguel
Europas einzige Teeplantage, ein Leuchtturm und der verlasene Nordosten
Auch wenn wir für gewöhnlich meistens nur im Jänner Teetrinker sind (aufgrund unseres freiwilligen dry January) und sonst eher der Fraktion „Kaffee rettet Leben“ angehören, boten die Azoren natürlich eine einmalige Chance eines Besuchts der Teeplantage von Chá Gorreana. Ist sie doch die einzige Tee Plantage Europas!
Es gäbe sogar kostenlose Führungen, die wir großzügig ausgelassen haben. Offiziell wegen unseres dichten Tagesprogramms. Inoffiziell, nun ja… sagen wir mal, Tee und wir haben eine komplizierte Beziehung 😉
Vor dem Abendessen blieb noch etwas Zeit, also hielten wir spontan in Povoação an. Ein wirklich süßes kleines Dorf mit kleiner Promenade und einem Wellenbrecher, der aussieht, als hätte jemand riesige graue Puzzleteile ins Meer geworfen. Am Ende ein kleiner grüner Leuchtturm. Passt perfekt zu den großen grauen Brocken.
Weiter geht es in den Parque Natural da Ribeira dos Caldeirões. Der Park hat einen Fehler: noch vor dem betreteten sieht man gleich den größten Wasserfall am Areal. So war auch für uns klar, dass es nicht besser werden kann und sind dann bald mal weiter zu dem Miradouro Despe-te que Suas.
Für mich einer der besten Aussichtspunkte der Insel.
Küste, Meer und dann… eine Palme. Eine einzelne Palme, die wirkt, als hätte sie sich im Kontinent geirrt. Aber genau das macht es irgendwie perfekt und leicht surreal.
Auch wenn die Anfahrt (eigentlich ist es zuerst die Abfahrt, die man hinunter fährt) mit einer Steigung bis zu 35 (!!) % doch sehr abenteuerlich ist, so ist es dann doch Wert, diese Anfahrt auf sich zu nehmen, um dann vor dem 15 Meter hohen von Farol do Arnel zu stehen. Dort angekommen standen wir vor dem rund 15 Meter hohen Leuchtturm, der so mächtig wirkt, dass man ihm sofort glaubt, dass er bis zu 24 Seemeilen weit gesehen wird.
Viel frische Luft macht hungrig und heute sollte es was spezielles sein. Mit 24-stündiger Vorbestellung ist es möglich in einigen Lokalen den Cozido das Furnas zu essen. Das ist ein traditioneller Azoren-Eintopf, der durch eine einzigartige Methode zubereitet wird: Fleisch (Huhn, Rind, Wurst) und Gemüse (Kartoffeln, Kohl, Karotten) werden in einem Topf in vulkanisch beheizten Erdlöchern in den heißen Quellen von Furnas gegart, wodurch er einen besonderen Geschmack erhält und nachhaltig ist. Dieser herzhafte Eintopf gart 6 Stunden lang und ist ein kulinarisches Wahrzeichen der Insel São Miguel. (Quelle: Googles KI)
Wir haben das im Restaurante Tony´s mit Wein aus dem Dourotal sehr genossen.
Das war ein sensationeller Abschluss für diesen intensiven, wunderbaren Ausflug.
=> alle Fotos Sao Miguel 15.01.
Freitag, 16.01. – Tag 15 / Sao Miguel
Ein Tag im Appartment mit ungeplantem Ende
Auch dieser Ruhetag war wieder tiefenentspannt. So entspannt, dass wir eigentlich nicht einmal ein Abendprogramm am geplant hatten. Jogginghose an, Erwartungen aus, fertig.
Aber wie das Leben so spielt, stolperte Chrissy bei der Blog-Recherche ganz zufällig über die Idee eines Fado-Konzerts. Zufall? Schicksal? Die Jogginghose sah das anders.
Also: Raus aus dem Wohlfühlstoff, rein ins Nachtleben von Ponta Delgada.
Das Fado-Lokal selbst war dann allerdings… sagen wir mal: sehr geschniegelt. So viel Poshness ist nicht unsers. Also weitergeschlendert und schließlich in einem Jazzlokal gelandet. Klingt gut, dachten wir. Dachte der Jazz auch. Nur leider erst ab 21:30 Uhr.
Also sind wir durch die Straßen gezogen und hatten plötzlich das Gefühl, dass mindestens die Hälfte der Leute in Ponta Delgada auch die Gastronomie der Stadt genießt.
Die Zeit bis zum Konzertstart überbrückten wir in einem sehr entzückenden Lokal bei Gin und Bier. Opfer mussten gebracht werden ;-).
Im Jazzlokal angekommen, spielte ein Duo mit Gitarre und Cajón. Sehr fein, sehr stimmig. Kurzzeitig gesellte sich ein Gast am Klavier dazu. Da sie ihn kannten, war die Freude groß und das Stück umso schöner.
Dieses Beispiel, oder vielleicht auch der flüssige Mut, inspirierte dann einen älteren Herrn – geschätzt 70+ – aus dem Publikum sich in der Pause ans Klavier zu setzen.
Anfangs fanden es auch noch die Musiker charmant und stellenweise war es sogar passend. Doch dann entwickelte sich das Ganze zu einer One-Man-Show des ergrauten Mannes mit leichtem Hang zur musikalischen Machtergreifung. Er wollte nicht mehr so recht von der Bühne runter und hatte auch klare Vorstellungen, was jetzt gespielt werden sollte. Zur Freude des Publikums entbrannte ein musikalischer Wettstreit um das jeweils nächste Musikstück.
Kurz gesagt: Es war Musik. Es war Theater. Und es war auf sehr vielen Ebenen Unterhaltung. 😉
=> alle Fotos Sao Miguel 16.01.
Samstag, 17.01 – Tag 16 / Sao Miguel
… fast vergessenes highlight (und dann zum vergessen)
Leider haben wir bei unserer großen Tour vorgestern den Miradouro Boca do Inferno schlichtweg… vergessen. Den Aussichtspunkt mit dem dramatischsten Namen fiel uns natürlich erst heute ein. Also wollten wir das Versäumnis heldenhaft nachholen.
Der Plan: Aussicht genießen.
Die Realität: Nebel. Viel Nebel. Sehr viel Nebel.
Schade. Auf mehreren Ebenen. Vor allem auf der Ebene „Man sieht exakt nichts“.
Das Wetter hat uns auch ein wenig die Lust auf weitere Trips genommen und so packen wir unsere Koffer für die morgige Heimreise und halten uns Rückblicke im Blog fest, da die Eindrücke noch frisch sind. Die Wäsche ist es ja nicht mehr.
Der Urlaub neigt sich nun also seinem Ende zu. Für heute Abend suchen wir uns noch ein feines Lokal aus, genannt Gastronomo, und zelebrieren ein letztes Mal Urlaub auf Fischteller.
=> alle Fotos Sao Miguel 17.01.
Sonntag, 18.01. – Tag 17 / Sao Miguel > Wien
… jeder Urlaub hat ein Ende
Wie in jedem Urlaub verläuft der letzte Tag unspektakulär.
Top 1: Mietwagen zurückbringen
Top 2: für den Flug von Ponta Delgada > Lissabon einchecken
Top 3: Für den Flug von Lissabon > Wien einchecken
Top 4: … endlich nach Hause 😉
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