Wir packen unsere Koffer…und fliegen nach R’dam (Rotterdam)
Für Rotterdam haben wir uns diese Punkte/Orte zur Erkundung vorgenommen: C&A Rotterdam 2026
Donnerstag, 12.03. – Tag 1
Anreise
Die Anreise nach Rotterdam ist unkompliziert. Vom Flughafen Amsterdam Schiphol fährt ein Direktzug, der die Strecke in nur etwa 25 Minuten zurücklegt. Für rund 22 Euro erreicht man so schnell die zweitgrößte Stadt der Niederlande. Schon beim Verlassen der Centraal Station fällt die vielfältige Architektur ins Auge, die Rotterdam so besonders macht.
Da wir bereits früh in Wien gestartet sind (Abflug um 7 Uhr), kamen wir schon gegen 10:30 Uhr an unserem Hotel Holidy Inn Express an, welches direkt gegenüber der Centraal Station liegt.
Das 3‑Sterne-Hotel für 110 € pro Nacht inklusive Frühstück ist ein überraschend guter Ausgangspunkt für Rotterdam. Außerdem wer zwei Nächte lang auf die Zimmerreinigung verzichtet, bekommt dafür 2×2 Getränke. Wie gut dieser Deal ist bemerken wir erst später, denn die 8 € pro 1/8 Wein sind hier sonst doch etwas üppig.
Die Bim-Stationen sind nur 2 Minuten entfernt und ist somit ein genialer Ausgangspunkt. So auch für unseren ersten Tag. Es war natürlich noch zu früh zum Einchecken, daher machten wir uns gleich auf den Weg zu unserem ersten Ziel des Tages: der Markthalle. Nach der vielen Sitzerei während der Anreise tat ein Spaziergang richtig gut. Vom Hotel aus sind es nur etwa 20 Minuten zu Fuß. Und was wäre schließlich ein City-Trip ohne mindestens 15.000 Schritte …? 😉
Die Markthalle hat uns ehrlich gesagt nicht besonders begeistert. Sie wirkt sehr modern und fast ein wenig steril. Wir mögen Markthallen gerne etwas uriger und authentischer.
Anfangs waren wir uns deshalb auch nicht sicher, ob wir dort überhaupt essen möchten. Bei einem Bier in einer kleinen Seitenstraße haben wir darüber nachgedacht. Viel Auswahl gab es in der unmittelbaren Umgebung allerdings nicht, also entschieden wir uns schließlich doch dafür. Schon beim Bier, das pro Person rund 8 Euro kostete, wurde uns klar: Rotterdam ist kein günstiges Pflaster. In der Markthalle selbst fiel unsere Wahl dann auf ein eher schlichtes Gericht bei einem Asiaten.
Was die Markthalle im Inneren für uns nicht ganz geschafft hat, holen dafür die Kubushäuser in der Nähe nach. Die schrägen Würfelhäuser haben uns gleich fasziniert und das schräge daran, sie sind tatsächlich bewohnt.
Nun war es Zeit, im Hotel einzuchecken und eine kurze Pause einzulegen. Erst danach hatten wir wieder genug Energie, um gegen 18 Uhr in den Stadtteil Fenix aufzubrechen. Das Viertel liegt direkt am Hafen und ist vor allem für seine zahlreichen Lokale bekannt. Und wie so oft in Rotterdam spielt auch hier die Architektur eine große Rolle. Besonders das Fenix Museum fällt mit seinem markanten Bau sofort ins Auge.
Direkt gegenüber befindet sich die Holland America Line. Von hier aus werden seit dem Weltkrieg Kontinente auf dem Seeweg miteinander verbunden.
Der Tag kann kaum besser ausklingen, als mit einem Besuch bei Bram Ladage. Für Pommes-Fans ist das ein absolutes Muss und für alle anderen vermutlich der Moment, in dem sie zu welchen werden. 🍟
Freitag, 13.03. – Tag 2
Mit der Metro direkt an den Strand!
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Alexander konnte seinen Urlaub erst gegen 10 Uhr vormittags fortsetzen, da vorher noch Kleinigkeiten in der Magenta Welt erledigt werden mussten. Wirklich schlimm war das nicht, denn für den heutigen Tag stand ohnehin kein straffes Programm auf dem Plan. Entsprechend entspannt konnten wir danach in den Tag starten.
Nach getaner Arbeit führte unser erster Halt nach Delfshaven. In diesen Stadtteil setzten wir einige Erwartungen, schließlich gibt es hier sogar geführte, kostenpflichtige Fotowalks. Unsere Vorstellung: ein Viertel voller Postkartenmotive. Die Realität sah allerdings etwas anders aus.
Mit etwas Eigeninitiative lassen sich entlang des Kanals durchaus ein paar nette Fotospots finden, aber sie springen einem nicht gerade ins Gesicht. Man muss schon ein bisschen danach suchen. Ein Beispiel ist die historische Windmühle De Distilleerketel. Dieses Motiv hat zumindest einen großen Vorteil: Spätestens hier weiß man ganz sicher, in welchem Land man gerade unterwegs ist. Ein klassisches Holland-Bild.
Allzu lange blieben wir allerdings nicht in Delfshaven, denn für 14 Uhr haben wir Tickets für Remastered. Die digitale Kunstinstallation verspricht Erinnerungen an Japan, demnach eine Reise mit viel moderner Technik.
Am Ende der 53-minütigen Show blieb es in der berühmten Fortunat’schen Bewertungsskala sehr überschaubar. Es passte irgendwie zum bisherigen Eindruck von Rotterdam: spannend gedacht, aber nicht immer ganz so überwältigend wie erhofft.
Also wurde es Zeit für einen kleinen Stimmungswechsel. Spontan ging es mit der Metro Richtung Meer, genauer gesagt zum Strand von Hoek von Holland.
Einsteigen in der Stadt, und nach rund 50 Minuten heißt es im Sand aussteigen.
Dort scheint in den Sommermonaten ordentlich Leben zu sein. Strandbars, und Restaurants reihen sich entlang der Promenade und laden zum Verweilen ein. Ein perfekter Ort, um bei einigen Watermelon Sprizzs aufs Meer zu schauen und den Tag ein bisschen langsamer werden zu lassen.
Wir gönnen uns ein gutes Essen mit Meerblick und anstelle der Nordseeluft, gibt es und eine heiße Suppe und eine Heizung.
Die steife Brise hier im Norden lässt uns ein wenig fröstln.
Der Abend endet nach der einstündigen Heimreise mit den Öffis schließlich entspannt im Hotel mit einer Runde Jolly und Roséwein.
(Weil wir für zwei Tage auf den eigentlich nicht notwendigen Zimmerservice verzichten, gibt es pro Person zwei Drinks aufs Haus. Ein ziemlich fairer Deal, besonders wenn man bedenkt, dass ein Achtel Wein hier stolze acht Euro kostet. 🍷)
Samstag, 14.03. – Tag 3
Der geplante Höhepunkt: Konzert Nils Petter Molvaer @Lantaren Venster
Mit dem Wissen, dass unsere Füße heute noch ein paar Stunden im Steh-Marathon absolvieren müssen, war der Plan klar: Wir gehen den Tag gemütlich an. Also so gemütlich, wie man eben sein kann, wenn man auf Entdeckungstour ist.
Praktischerweise ist in Rotterdam am Samstag Markttag.
Unser erster Stopp: der Rotterdamer Oogstmarkt. Der ist zwar eher überschaubar, hat aber definitiv Charme und Potenzial. Wir waren bereits gegen 10 Uhr dort, was offenbar exakt die Uhrzeit ist, zu der viele Standln noch überlegen, ob sie heute überhaupt arbeiten wollen. Als mittlerweile halbwegs integrierte Wiener brauchen wir da schon ein bisserl mehr Trubel und Action.
Also weiter zum Markt Binnenrotte. Das ist der wichtigste Wochenmarkt in Rotterdam und befindet sich im Zentrum bei Markthalle. Hier gibt es an gut 465 Ständen. Jeden Samstag und Dienstag. (Quelle: https://www.cityrotterdam.com/de/shopping-rotterdam/maerkte/)
Und ja, hier waren wir richtig. Es macht richtig Spaß, durch die Gassen zu schlendern, zu schauen, zu kosten und sich treiben zu lassen. Das Wiener Gedränge haben wir dabei kein bisschen vermisst. Die Atmosphäre sehr entspannt und lädt zum gemütlichen Gustieren ein. Apropos Gusto: Kein Besuch in Rotterdam ohne Kibbeling (= frittierte, mundgerechte Kabeljau-Filetstücke).
Der Markthalle haben wir dann auch noch eine Chance gegeben: belegte Tapas-Brötchen und ein spanisches Bier mit Heizstrahler im Nacken.
Auf dem Weg zur Bim verschlägt es uns ungeplant noch in die lebendige Witte de Withstraat. Das passt perfekt zu den letzten beiden architektonischen Highlights unserer Reise: erst zum Kunstpark – zum Depot van Museum Boijmans Van Beuningen (alias die Salatschüssel) und abschließend zu der gelben Brücke.
Der Nachmittag gehört einer Mütze Schlaf und einer Stärkung mit Shoarma, denn schließlich wollen wir für das Konzert heute Abend fit sein.
Nun zu dem Spektakel, warum wir in Rotterdam sind: das Konzert von Nils Petter Molvær.
Die 90 Minuten (und für lediglich 25 EUR) gab es ein faszinierendes Konzert der Gegensätze:
Der Trompeter spielt mit der rechten Hand Trompete und mit der linken steuert er den Laptop für diverse Effekte.
Der Bassist streicht seine Bassgitarre mit einem Bogen, als wäre sie ein Cello.
Der Percussionist singt.
Eines der besten Konzerte endet mit einem zufriedenen Lächeln, einer Fortunat´schen Bewertung von 9/10 und einem Foto mit dem Protagonisten. 🎺📸