Wir packen unsere Koffer … und fahren nach København zum Copenhagen Jazz Festival 2026 (CJF26)
Freitag, 03.07. – Tag 1
Anreise mit Hindernissen
Die ersten Stunden unserer Reise hatten es jedenfalls in sich. Los ging es mit unserem Taxifahrer, der uns nicht nur zum Flughafen brachte, sondern uns ungefragt auch seine komplette Reisebiografie erzählte. Irgendwo zwischen der dritten Anekdote und der gefühlt fünfzigsten Pointe wünschten wir uns fast die Anreise per Zug zurück.
Nach der Landung in Kopenhagen wurde es auch nicht besser. Erst durften wir rund 30 Minuten auf dem Rollfeld warten, bevor wir anschließend knapp zwei Stunden damit verbrachten, überhaupt ins Land einzureisen.
Und das, obwohl wir EU-Bürger sind. Personalausweis? Reicht hier offenbar nicht. Stattdessen durften wir uns mit rund 300 anderen Reisenden in die Schlange stellen, Fingerabdrücke abgeben und ein Erinnerungsfoto für die Behörden machen. Als wäre das nicht genug gewesen, musste auch noch geklärt werden, ob Alexander eigentlich Österreicher ist. Alles nur, weil wir mit Ethiopian Airlines geflogen sind. Man lernt nie aus.
Endlich auf zum Airbnb! Zwar wussten wir, dass der Check-in erst um 14 Uhr möglich ist, aber rund um die Unterkunft gibt es genügend Cafés und Restaurants, um sich die Zeit zu vertreiben. Wir hatten unsere Vermieterin Kathrine gefragt, ob ein früherer Check-in möglich wäre. Nachdem die Kommunikation mit ihr bisher sehr mühsam war, überraschte es uns wenig, dass sie wenig Begeisterung für diese Idee zeigte.
Wir machten uns trotzdem auf den Weg. Schnell noch mit der App Rejsebillet eine 5 Tageskarte für 45 EUR gecheckt und es ging theoretisch los.
Praktisch stiegen wir erst einmal in die falsche U-Bahn. Vielen Dank an den freundlichen Wikinger, der uns überzeugend erklärte, wir müssten die M4 statt der M3 nehmen. Immerhin wissen wir nun, wie die Öffis hier funktionieren.
Nach diesem kleinen Umweg war es Zeit fürs Mittagessen. Zwei Burger und zwei Bier später waren wir um 72 Euro leichter. Willkommen in Skandinavien. Immerhin schmeckte es hervorragend. Für den Preis hätte es das aber auch müssen.
Dann endlich die erste gute Nachricht des Tages: Wir durften bereits eine Stunde früher einchecken. Der Haken? Unser 20-Kilo-Koffer musste ohne Lift bis in den dritten Stock getragen werden.
Die Unterkunft selbst kann allerdings nicht ganz mit jener mithalten, in der wir vor vier Jahren gewohnt haben. Sie ist deutlich kleiner und irgendwie entstand der Eindruck, als hätte die Vermieterin beschlossen, Geschirrspüler und Kühlschrank nicht ausräumen zu wollen. Und die Koffer können auch nicht ausgeräumt werden, da auch der Kleiderschrank nur ihr gehört.
Nach diesem Vormittag war uns das winzige Badezimmer, das ungefähr die Grundfläche einer Telefonzelle hat, auch schon egal. Hauptsache, kurz hinlegen und Energie tanken.
Am späten Nachmittag deckten wir uns noch im SuperBrugsen mit Lebensmitteln ein. Schließlich möchten wir nicht jeden Tag für 72 Euro Mittagessen. Und ganz ehrlich: Das Smørrebrød aus dem Supermarkt muss sich wirklich nicht verstecken.
Ein echter Glücksfall ist die Lage unserer Unterkunft. Sie befindet sich nur wenige Schritte von einem Hotspot des Copenhagen Jazz Festivals am Enghave Plads entfernt. Also machten wir uns am Abend noch auf den Weg zum Konzert von D/troit. Ein richtig starker Abschluss für einen ohnehin ereignisreichen Tag.
Danach war allerdings endgültig die Luft raus. Also ließen wir den Abend ganz entspannt mit Wein, Pasta und Fußball ausklingen. Nach diesem Start fühlte sich selbst das wie purer Luxus an.
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Samstag, 04.07. – Tag 2
Genuss: Musik & Kulinarik
Lange schlafen, Nespresso und Smørrebrød. So startet Urlaubstag Nummer 1. Besser kann man den Tag eigentlich kaum einläuten.
Der erste Konzertbesuch um 12:30 Uhr begann allerdings nicht auf einer Bühne, sondern mit einer Straßenparade. Gemeinsam mit der Dusty Rag Jazz Band ging es von Husum nach Brønshøj. Jazz zum Mitlaufen sozusagen.
Danach stand die Grundtvigs Kirke auf dem Programm. Da das Konzert erst um 15 Uhr begann und wir gut eine Stunde zu früh waren, blieb reichlich Zeit, dieses beeindruckende Bauwerk von innen und außen zu bestaunen. Spätestens dort wurde klar, warum dieser Ort bei (asiatischen) Influencern so beliebt ist. Wir waren eher zufällig dort, die anderen offensichtlich beruflich.
Anschließend führte uns ein Spaziergang durch den Park gegenüber. “Friedlich” trifft es gleich doppelt: Zum einen herrscht dort eine wunderbar ruhige Atmosphäre, zum anderen handelt es sich um einen Friedhof. Spätestens am Wasser in der Mitte des Parks wird klar, dass Stille manchmal das schönste Urlaubsgeräusch ist.
Dann aber endlich Musik. Die Gideon Tazelaar Gruppe spielte klassischen Jazz und sorgte auf dem Gelände der Kirche für eine entspannte Nachmittagsstimmung. Genau das Richtige, um den Tag gemütlich weiterrollen zu lassen.
Nach so viel Kultur war erst einmal eine Pause angesagt. In unserer Airbnb-Bude gab es ein ausgezeichnetes Mittagessen. Dank einer frischen Brise wurde das Ganze sogar mit kostenloser Live-Musik vom Enghave Plads garniert.
Wer glaubt, das wäre genug Musik für einen Tag gewesen, kennt uns schlecht. Also weiter ins Café Bopa zu Nathav. Leider lag der Gesang gefühlt eine Oktave über unserem Wohlfühlbereich, sodass wir den Rückzug antraten. Im Nachhinein die richtige Entscheidung: Weil wir eine U-Bahn-Station früher ausgestiegen sind, konnten wir noch das lebendige, junge Nachtleben rund um den Bahnhof entdecken. Manchmal entstehen die schönsten Urlaubsmomente eben ungeplant.
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Sonntag, 05.07. – Tag 3
Jazz und gratis Pølse
Diese Reise hat bis jetzt einen herrlich entspannten Charakter. Und genau deshalb haben wir beschlossen, aus einem Sonntag einen richtigen Sonntag zu machen. Bedeutet: gemütlich bis 9 Uhr ausschlafen, ausgiebig frühstücken und natürlich eine Runde Jolly spielen.
Unser ausgewähltes Konzert startet erst um 14:30 Uhr und trägt den vielversprechenden Titel „Jazz und Würstchen“. Zugegeben, die Kombination klang anfangs etwas gewagt. Aber bei Sonnenschein, einer leichten Brise und der Kulisse der St. Elias Kirche haben sowohl der Jazz als auch die Würstchen am Vorplatz der Kirche voll abgeliefert.
Ganz im Sinne des Tages ging es anschließend entspannt weiter. Nach einem kurzen Abstecher in den Supermarkt stand das nächste exklusive Konzert auf dem Programm, diesmal direkt vom AirBnB aus. Die Zimmer entpuppen sich als VIP-Loge für die Konzertreihe am Enghave Plads: voller Kühlschrank, kühle Drinks und garantiert kein Gedränge um die besten Plätze.
Den Nachmittag und Abend lassen wir schließlich ganz gemütlich ausklingen. Alex zaubert ein leckeres Abendessen auf den Tisch, dazu läuft die WM, und alle sind zufrieden. Genau so fühlt sich ein Sonntag an.
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Montag, 06.07. – Tag 4
Schwarzer Diamant und Wasserbus
Am späteren Vormittag zog es uns zur Königlichen Bibliothek. Dank einer kleinen Orientierungsrunde landeten wir zunächst im historischen Teil. Ein glücklicher Zufall, denn der Bibliothekshaven (= Garten) ist eine kleine grüne Oase mitten in der 670.000-Einwohner-Stadt. Nach rund 100 Metern Fußmarsch standen wir schließlich vor dem Schwarzen Diamanten, dem modernen Wahrzeichen der Königlichen Bibliothek. Besonders erfreulich: Die Galerien sind kostenlos zugänglich und ein echtes Highlight für alle, die Architektur mögen.
Dank Alexanders hervorragender Recherche ging es anschließend mit dem Havnebus (= Wasserbus) weiter. Die Boote schippern kreuz und quer durch den Hafen und halten unter anderem am Nyhavn und an der Königlichen Oper. Auf Olivers Empfehlung schauten wir uns den Park bei der Oper an. Unser Urteil? Sagen wir so: Er ist da. Mehr als ein freundliches „nett“ wollte uns einfach nicht über die Lippen kommen.
Als der Regen beschloss, ebenfalls am Ausflug teilzunehmen, beendeten wir unsere Besichtigungstour. Also wieder ab mit dem Wasserbus Richtung Nyhavn, wo praktischerweise auch die M3 fährt und uns trocken zurück ins Airbnb brachte.
Zum Abendessen gab es dänische Hausmannskost made by SuperBrugsen: ausgezeichnete Köttbullar mit Kartoffelsalat. Manchmal sind die einfachsten Mahlzeiten eben die besten.
Am Nachmittag genossen wir zunächst wieder die Konzerte von unserem persönlichen VIP-Platz, bevor wir uns doch noch einmal aufmachten zur Hot Mess Brass Band im HUSET.
Den Abend ließen wir schließlich gemütlich vor dem Fernseher ausklingen und sahen dabei zu, wie Portugal im WM-Viertelfinale die Segel streichen musste.
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Dienstag, 07.07. – Tag 5
Hygge
Es gibt diese Tage, an denen man das dänische Hygge ganz praktisch lernt. Frei nach dem Motto: Kein Stress. Und wenn doch, dann bitte entspannt.
Es war wieder Konzertzeit. Mit der M2 ging es bis Christianshavn, von dort nur ein kurzer Spaziergang zum Sofiekælderen. Zugegeben, das Finden der Location dauerte etwa fünf Minuten länger als geplant. Aber genau dafür wurde Hygge vermutlich erfunden. Schließlich kamen wir doch noch rechtzeitig an. Das Problem: Das Lokal war bereits rappelvoll. Wobei „Lokal“ fast übertrieben ist. Von der Größe her erinnert das Musiklokal eher an unseren Salon. Entsprechend schnell war die Kapazitätsgrenze erreicht und unsere Geduld gleich mit.
Also beschlossen wir kurzerhand, das Konzert sausen zu lassen. Dank Stefans Tipp hatten wir kurzerhand einen Plan B und spazierten zur nur fünf Minuten entfernten Vor Frelsers Kirke. Die Turmbesichtigung wäre sicher spannend geworden, wenn dort nicht ausgerechnet eine Baustelle gewesen wäre. Hygge bedeutet eben manchmal auch, Baustellen mit Gelassenheit zu akzeptieren.
Genug Aufregung für einen Abend. Also zurück ins AirBnB, um die Energiereserven mit etwas Kulinarischem aufzufüllen sowie eine Portion großartigen argentinischen Fußball zu genießen.
Weil wir im Rahmen des Copenhagen Jazz Festivals auch einmal ein “echtes Konzert” erleben wollten, hatten wir Karten für Anaiis im Konzerthaus gekauft. Der Veranstalter hatte allerdings die falsche Location verlinkt. Wir kamen zwar pünktlich ans richtige Ziel, auch wenn es sich deutlich später anfühlte. Offenbar sind wir beim Fach „Hygge“ noch im Anfängerkurs.
Das Konzert selbst war ganz ok. Dank der musikalischen Einstimmung über Spotify am Nachmittag wussten wir allerdings schon ziemlich genau, was uns für 35 Euro erwarten würde. Überraschungen gab es also eher auf dem Hinweg als auf der Bühne.
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Mittwoch, 08.07. – Tag 6
Christiania
„Reisen ist alles andere als Urlaub“, heißt es. Und tatsächlich: Zwischen all den Sehenswürdigkeiten muss schließlich auch noch geplant werden. Nach dem Frühstück stand deshalb bei der Autorin zunächst die Planung der nöchsten Tage auf dem Programm. Während sich Alex auf das heutige Tageshighlight vorbereitete: die Freistadt Christiania.
Von der U-Bahnstation Christianshavn ist es nur ein Katzensprung bis zur wohl bekanntesten autonomen Siedlung Dänemarks. Eigentlich kann man Christiania kaum verfehlen. Irgendwann merkt man einfach, dass man angekommen ist.
Christiania ist eine spannende Mischung aus alternativem Lebensstil, überraschender Architektur und auch Kommerz. Dazu kommt das Wasser rundherum, das der Freistadt und für C&A einen besonderen Charme verleiht.
Geplant war ein kurzer Rundgang. Geworden sind daraus fast drei Stunden. Und obwohl wir so lange dort unterwegs waren, haben wir längst nicht alle 34 Hektar erkundet.
Danach ging es zurück ins AirBnB. Erst einmal Energie tanken, was gutes Essen und die Füße hochlegen und das nächste Konzert ganz entspannt von unserem exklusiven VIP-Platz verfolgen.
Frisch gestärkt machten wir uns am Abend auf den Weg nach Nørrebro. Der Stadtteil erinnerte uns stellenweise ein wenig an Ottakring…Unser Ziel war jedoch das KIMA, wo Lasse Schjerning, Ned Ferm und Nils Bo Davidsen auf der Bühne standen. Ein kleines, feines Konzert in angenehmer Atmosphäre.
Da nach Konzertende – nach rund 50 Minuten – noch genügend Energie übrig war, legten wir spontan einen Abstecher in den Superkilen Park ein. Die tief stehende Abendsonne tauchte den Park in perfektes Fotolicht, sodass zum Abschluss des Tages noch einige besonders gelungene Schnappschüsse entstanden.
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Donnerstag, 09.07. – Tag 7
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Freitag, 10.07. – Tag 8
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Samstag, 11.07. – Tag 9
Abreise
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