VIETNAM

Do, 08.12.22 / “3-2-1 Start”

(Wien-Bangkok)

 

Start in Wien – zunächst schaut alles perfekt aus. 

Flug nach Frankfurt war entspannt. Dann schon der erste Stress: der Anschlussflug nach Bangkok geht sehr knapp, zum Wechseln der Abflugterminals/-gates – ca. 2 km Fußmarsch – bleibt kaum mehr als 15 Min. Zeit. In der Boeing Tripple 7 dann eine Thai mit einem Kleinkind neben mir – 10,5 h lang Kindergeburtstag mit allem was dazu gehört 🙁

In BKK die Immigration Control ist sehr nervig. Fingerscan beide Hände, Gesichtssinn. Dann noch Hotelbuchung und Rückflugticket vorzeigen – obwohl ich eigentlich weiter nach Vietnam will.

Am Gepäckband die nächste Überraschung: eine freundlich lächelnde thailändische Dame in Flughafenuniform hält einen weißen Zettel in die Höhe mit 2 Namen drauf. Einer davon war meiner. Mir schwant nix gutes. Und so kam es, wie es kommen musste: mein Rucksack war nicht mit im Flugzeug – obwohl das Gepäck von Wien bis Bangkok durchgecheckt war 🙁

 

Fr., 9.12.22 / “10.5 hrs flight – more to come”

(Bangkok – Da Nang)

Der heutige Tag wurde hauptsächlich mit Reisen. die 10,5 Stunden Flugzeit von Frankfurt nach Bangkok waren nicht sehr angenehm, mit wenig Schlaf verbunden.

Die Einreisekontrollen am Flughafen Bangkok waren extrem langwierig und nervig.

Als mich dann eine Dame am Gepäck Band mit einem Schild mit meinem Namen drauf erwartete, Sehr freundlich hat sie mir dann mitgeteilt, dass mein Rucksack noch in Wien liegen würde und nicht mit dem Flugzeug nach Bangkok geflogen ist. Man hat mir mitgeteilt, dass ja Rucksack mit den nächsten Flug ankommen würde und ich solle warten. Dies war aber nicht möglich, da man Anschlussflug schon am Vormittag um 10:50 Uhr nach Da Nang ging.

Doch es war eines der wenigem Male, wo ich in meinem Leben wirklich Glück hatte: ich bekam eine e-mail, wonach mein Rucksack noch am selben Tag von Bangkok nach Da Nang nachgeschickt werden würde. DAS war eine Erleichterung (man siehts mir am Foto an ;-)) , denn ohne Rucksack hatte keine Kleidung, keine Medikamente, etc. etc. 

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Sa, 10.10.22 / “rainy season”

Der Tag im The Corner Riverside Hotel fängt verspätet an. Mein Körper muss sich erst an die Zeit Umstellung von 6 Stunden gewöhnen.

Ich starte mit einem super Frühstück. Das Highlight ist ja Fruchtshake aus Beeren. In meiner Euphorie habe ich natürlich viel zu viel bestellt.

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Das Wetter ist nicht so super und, wie ich noch später erfahren werde, herrscht gerade Regenzeit in diesem Teil des Landes. Mein Plan ist es, Hoi An Downtown zu Fuß zu erkunden. Schon sehr bald kann ich feststellen, dass der ganze Ort sehr touristisch ist. Wie wohl auf der ganzen Welt übrig, stauen sich die Menschenmassen in der so genannten Old Town. Von einem Straßenhändler erfahre ich, dass dieses Jahr nur circa 30 % der Touristen gekommen sind. Sehr zu meiner Freude. weiters finde ich gut. Dass es unzählige Fotospots gibt und so kommt keine Langeweile auf.

Aufgrund des großzügigen Frühstücks habe ich beschlossen, erst am Abend wieder etwas zu essen. Hier verlasse ich mich auf einen Tipp meiner Unterkunftgeberin und ich muss sagen, es war ein voller Erfolg. Es war bis jetzt das beste und günstigste Essen, dass ich in Vietnam hatte. Eine Schüssel mit Nudeln (Pho) inklusive zwei Dosen Bier um € 2,12 (!)

In der Zwischenzeit hat es längst wieder angefangen zu regnen. Nächster Programmpunkt ist der Spaziergang über die japanische Brückeder Touristenmagnet in Hoi An. Dementsprechend viele Menschen waren dort. Auf dem Fluss wuselt es vor lauter Touristenbooten, die mit bunten Laternen bestückt sind.

2 – 3 Stunden später übermannt mich abermals der Hunger und so spaziere ich zum Night Market, wo es viele Stände mit Street food gibt.

Als ich dann endlich gegen 22:00 Uhr nach Hause spazieren wollte, musste ich noch einen Zwischenstopp einlegen: es fand nämlich gerade das Fußball Weltmeisterschaftsspiel zwischen Marokko – Portugal statt. Nach zwei weiteren Flaschen Bier, war es nun endlich an der Zeit, das Bett aufzusuchen. Schließlich sollte der nächste Tag sehr früh um 07:00 Uhr mit einem Ausflug nach Hue beginnen.

 

So, 11.12.22 / “crossing rainy pass to Hue accompanied by strange fellow travellers”

Viel zu früh, um 6:30 Uhr, reißt mich der Wecker aus dem Schlaf. Nachdem ich mir auch noch die erste Hälfte des Fußballspiels England – Frankreich angeschaut habe, bin ich erst gegen 2:30 Uhr ins Bett gekommen.

Um 7:00 Uhr sollte ich zu dem Tagesausflug in die alte Königsstadt Hue abgeholt werden. Womit ich nicht gerechnet hatte, dass ich der erste Passagier war, der von dem Reisebus aufgesammelt werden wird. So hatte ich keine Zeit, um noch ein kurzes Frühstück einzunehmen. Meine Unterkunftgeberrinnen hatten aber Mitleid mit mir, und bereiteten noch schnell einen Kaffee und ein Sandwich zu, damit ich auf der Reise nicht verhungern würde – wie nett!

Insgesamt waren in dem kleinen Bus zwölf Teilnehmer. Diese kommen im Prinzip aus der ganzen Welt, hauptsächlich aus Australien, Kanada, und Malaysia. Wie der geneigte Leser bemerken wird, befand sich zu meiner Freude kein Deutsch sprechender Tourist (!) mit an Bord 😃.

Die Reise führt uns zunächst durch Da Nang und dann hinauf zum berühmten Wolkenpass. Er ist deshalb so bedeutend, weil er als Klimatrennung zwischen Nord- und Südvietnam fungiert. Er wird nicht nur seinen Namen gerecht – es war alles bewölkt – sondern auch auf der ganzen Fahrt wurden wir durch einmal mehr, einmal weniger Regen begleitet. Die Reiseführerin Tian erklärt uns, dass derzeit Regenzeit in diesen Teil des Landes herrscht. Auf meine Frage, ob es eine Jahreszeit gibt in Vietnam, wo es weder im Norden noch im Süden des Landes regnet, erklärt Tian, dass die beste Zeit im Mai und im Juni wäre jedoch sei es sehr heiß in diesen Monaten. Zumindest würde es im ganzen Land kaum regnen.

Die Fahrt mit dem Bus lässt mir genügend Zeit, um meine weitere Reise zu planen. Nach Rücksprache mit T an entscheide ich mich für eine Änderung meines ursprünglichen Plans: eigentlich hatte ich vor, noch mit dem Zug entlang der Küste in den Süden fahren, dort einen Zwischenstop in Phan Tiet einzulegen, um dann mit dem Zug weiter ins Mekong Delta zu meiner nächsten Unterkunft zu reisen. Ich musste aber feststellen, dass dieses Vorhaben nicht nur zeitaufwändig wäre, sondern auch gleich viel kostet, wie ein Flug. So buche ich noch im Bus einen Flug von Da Nang nach Saigon inklusive zwei Nächte Aufenthalt in der Großstadt.

Noch ein Wort zum so genannten “global bus” und die mit fahrenden Nationalitäten:

Erstens: 1 Österreicher

Zweitens: 3 Leute aus Sri Lanka, die in Australien leben

Drittens: 1 Kanadier

Viertens: 1 Thai, die in Kanada lebt

fünftens: 3 Leute aus Malaysia

sechstens: 2 Australier 

siebentens: 1 gebürtige Chinesin, die in Neuseeland gelebt hat und nach  Australien ausgewandert ist 

achtens: 2 Leute (Fahrer und Reiseleiterin) aus Vietnam 

Für mich muss ich leider einmal mehr feststellen, dass ich es noch immer NICHT als normal empfinde, wenn Menschen aus anderen Kulturkreisen neben mir beim Essen schmatzen oder während der Busfahrt unmotiviert laut rülpsen. Aber ich vermute: ICH bin hierbei das Problem. 

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Mo, 12.12.22 / “relocation day (Hoi An – Saigon)”

Heute ist Abreisetag. Außerdem habe ich mir vorgenommen nicht mehr viel zu unternehmen und den Tag gechillt angehen zu lassen. So startete ich mit einem guten und ausgiebigen Frühstück um 9:00 Uhr in den Tag. Danach war packen angesagt. Das aus checken fand pünktlich um 14:00 Uhr statt und dann ging es mit dem Taxi zum Internationalen Flughafen von Da Nang.

 

Der Flug mit Bambu Airlines war ausgezeichnet und mit circa 1,5 Stunden auch schnell vorbei. Vom Flughafen in Ho-Chi-Minh City ging es dann in das Apartment Zimmer (Moonlight Appartments) wo ich im neunten Stock einen tollen Ausblick auf Saigon habe.

Noch schnell etwas Essen im nahe gelegenen Street food Bereich und dann geht’s gegen Mitternacht endlich zur heiß ersehnten Dusche zurück ins Hotel.

 

Di, 13.12.22 / “Grab Saigon!”

Heute hatte ich die Gelegenheit, endlich einmal auszuschlafen. Gegen 10:00 Uhr vormittags bin ich raus um ein paar Kleinigkeiten zu besorgen. Natürlich wurden aus dem für 10 Minuten geplanten Spaziergang dann circa eineinhalb Stunden.

Der nächste Stop war der Hóa Binh Park, denn ich habe erfragt, dass von dort eine lokale Buslinie nach Ben Tre fährt, wo ja mein eigentlicher Nächster Stop, diesmal für vier Nächte, sein sollte.

Nun wurde es lustig: ich beschloss, erstmals den Taxi Service Grab zu nutzen. Schließlich gibt es ja auf den Straßen von Saigon gefühlt mehr Motorroller als Menschen.

Die Bestellung eines Fahrers mittels der App war sehr einfach und schon ging es los mit heißen 35-40 km/h. Die Fahrt macht sehr viel Spaß. Dort angekommen hatte ich in wenigen Minuten einen Sitzplatz für den nächsten Tag um 14:00 Uhr reserviert.

Als Nächstes wollte ich einen der berühmten Märkte von Saigon besuchen, um mir ein weißes Hemd zu besorgen. Der Grund dafür ist, dass ich vorhabe, am Abend einen angesagten Club zu besuchen. Während eines Kaffees hat mir ein einheimischer den Tip gegeben, zum Tan Binh Market zu fahren, dies wäre einer der besten Märkte.

Schon ging es wieder los mit einem Grab-Roller. Dort am Markt hat es, wie es sich so gehört, ziemlich gewuselt. Was mich dann doch überrascht hat, dass die Stände in der Markthalle auf engstem Raum platziert waren. So musste man teilweise auf einem Bein zwischen den Händlern durchstolzieren und dabei aufpassen, dass man nicht das Gewicht verliert.

Doch das Fazit nach circa 1 Stunde Sucherei war ernüchternd: in meiner Größe (XXL 😢) gab es keine Hemden. Also musste eine Planänderung her: ich beschloss, mein Glück in einer der großen Shopping Malls zu versuchen. 

Die circa 5-6 km wollte ich aber diesmal zu Fuß zurücklegen, um auch ein wenig von Saigon und seinen Straßen zu erfahren.

Dies stellte sich insbesondere deshalb als ein nicht ungefährliches Unterfangen dar, als dass einem die Motorroller sprichwörtlich rund um die Ohren fahren. Es werden zwar Abstände eingehalten, aber manchmal sind diese maximal ein bis 2 cm. Für uns Europäer ist so etwas gar nicht vorstellbar. Dennoch habe ich keinen einzigen Unfall gesehen. Nach circa 4 km – nachdem ich noch immer kein nettes Pub für ein Bier gefunden hatte 🤬 – bin ich dann in das nächste verfügbare Mini-Lokal gegangen und hab mir dann endlich ein heiß ersehntes Corona Bier gegönnt.

Endlich der Nähe Saigon Central Shopping Mall angekommen, ging es sehr schnell: schon im ersten Laden fand ich ein weißes Leinenhemd in meiner Größe. Die Verkäuferin war diesmal nicht sehr aufdringlich doch sie fand auch eine passende Leinenhose in schwarz für mich. Diese war wie in den meisten fällen natürlich zu lang für mich. Das Kürzen war innerhalb von 20 Minuten erledigt. So hatte ich in der Zwischenzeit Gelegenheit noch ein zwei Bierchen zu trinken. Der geneigte Leser wird nun längst erkannt haben, dass ich mir natürliche KEINEN Einkauf in der luxuriösen Shopping Mall gegönnt habe, sondern im gegenüberliegenden Market – dafür habe ich auch für Leinenhemd, -hose und Kürzen “nur” € 70,- ausgegen , was – zugegebenerweise – ohnehin nicht so günstig war. Aber teurer wäre immer möglich gewesen 😆.Nun wurde es schön langsam wieder finster (gegen 18:00 Uhr) und nach einem kurzen Zwischenstopp bei einem Phò, der mir diesmal nicht so gut geschmeckt hat, bin ich zurück in das Zimmer, um mich auf den Abend vorzubereiten.

Mein Plan war, nicht gleich direkt in den Club zu gehen, sondern zuvor noch auf ein Warm-up Bierchen in ein nahe gelegenes Pub. Mit dem Heart  of darkness Craft Brewery, wurde es auch schnell gefunden und ein Irish Stout Bier vom Fass hat mich dann tatsächlich in gute Laune versetzt.

Als ich gegen 23:30 Uhr den Lush Club betrete, ist dieser schon gut besucht. Im Inneren drängten sich viele hauptsächlich Jugendliche Menschen und haben zur Disco Musik mit zwei DJs und Laser Show abgerockt. Ich wusste schon vor dem Betreten des Lokals, dass ich dort nicht lange bleiben würde. So habe ich dann ein überteuertes Bier für circa 8 Euro (0,33 L/Corona) getrunken und die Menschen ein wenig beim Feiern beobachtet. 

👉🏻 dennoch finde ich: dieser Club ist definitv einen Besuch wert!

Nun musste ich ohnehin schauen, dass ich bald wieder ins Hotel komme, denn um 2:00 Uhr früh (wegen der 6 Stunden Zeitverschiebung) beginnt der Fußball –Schlager Argentinien – Kroatien. Das wollte ich nicht versäumen. So schaue ich tapfer bis circa 4:00 Uhr in der Früh zu, wie Messi und seine Kollegen Kroatien mit 3:0 abfertigten. Nun war es aber mehr als Zeit, für heute die Augen zuschließen.

Morgen (= heute) ist ja wieder Reisetag. Es geht in den Süden Vietnams, in das Mekong Delta.

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Mi, 14.12.22 / “from hell-to-heaven in Ben Tre – Mekong Delta”

Heute ist Weiterreise – Tag. Es geht von Saigon Richtung Süden circa 80 km ins Mekong Delta in den Ort Ben Tre (Route).

Was mir hier passiert, wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ich habe einen Aufenthalt über die Plattform Agoda in dem sehr beschaulichen Ben Tre Garden Farmstay Hotel gebucht.

Auf den Fotos wirkt dieses super nett umgeben von grünen Bäumen und viel Natur.

Wie gewohnt bestelle ich am Busbahnhof in Ben Tre angekommen ein Grab – Taxi welches mich zur Unterkunft bringen soll. Doch der Fahrer hatte schon einige Probleme, das genaue Ziel zu finden, obwohl ich es eindeutig mittels Adresse bei der Bestellung angegeben habe. Nach einer gemeinsamen Suche auf Google Maps stellen wir fest, dass die Unterkunft nicht über eine Straße, sondern nur zu Fuß erreichbar war. Ich ahnte schon Schlimmes 🙀. Tatsächlich musste ich die letzten 400-600 m zur Unterkunft zu Fuß zurücklegen. Auf dem schmalen Weg wurde ich von allerlei Getier von Hunden, Katzen, Hühnern und natürlich einigen Insekten verfolgt. Nach circa 10 Minuten Fußmarsch war ich froh, ohne von einem Hund gebissen worden , an der Unterkunft angekommen zu sein. Es sah alles so aus, als wäre man mitten im Jungel. Auf der von Bäumen und Palmen begrenzten Fläche standen mehrere Hütten mit einer zentralen Art Versammlungshütte in der Mitte. Ich wurde sehr freundlich von einer jungen Vietnamesin begrüßt. Sie zeigte mir sogleich meine Unterkunft. Das war der nächste Schock für mich: es handelte sich um eine Holzhütte ohne Fenster. Im Inneren war die Hütte abgeteilt mit einem Sanitärbereich, der wiederum mit einem Wellblechdach 😧 abgedeckt war. In dem Raum befand sich ansonsten nur ein Bett mit Moskitonetz und ein Möbelstück aus Bambus, wo man vielleicht etwas aufhängen könnte, ähnlich einer Garderobe. Mittlerweile haben mich gefühlte 20 Moskitos 🤬 gestochen.

In den nächsten Minuten war mir klar, dass ich hier keine Nacht in dieser Hölle verbringen werde. So habe ich umgehend die Angestellte des Hotels kontaktiert und ihr dies mithilfe von Google Translator erklärt. Nach einem kurzen Telefonat mit ihrem Boss erklärte sie mir, dass ich über die Buchungsplattform meinen Aufenthalt stornieren könne.

Als ich dann wieder zurück auf Der Hauptstraße war, war ich sehr froh, wieder Menschen zu sehen. Hauptsächlich waren es Mopedfahrer. Es stellte sich sehr schwierig heraus, wieder ein Taxi über Grab zu bekommen – entweder war tatsächlich keines verfügbar, oder kein Fahrer hatte Bock, soweit in die Pampa – ca. 8-10 km vom Ortszentrum entfernt – rauszufahren. Die im kleinen Kiosk anwesende ältere Dame war sehr hilfreich beim bestellen eines lokalen Taxis.

Noch bevor ich ins Taxi Einstieg, hatte ich schon eine neue Unterkunft gefunden. Diesmal wollte ich kein Risiko mehr eingehen. So wurde es das (wahrscheinlich beste) Hotel in dem kleinen Ort Ben Tre, namens Diamondstars Ben Tre.

Plötzlich war ich in einer anderen Welt. Schon beim aussteigen aus dem Taxi wurde mir geholfen, alle Türen wurden wir aufgehalten die Leute haben sich von mir verneigt. Der Check in war in wenigen Minuten erledigt. Die Rezeptionsdame entschuldigte sich noch, dass aufgrund der kurzfristigen Buchung mein Zimmer ohne Balkon wäre. Ich kenne aber morgen gerne in ein Zimmer mit Balkon übersiedeln.

Im Zimmer angekommen, war ich sehr erleichtert und fühlte mich wie auf einem Trip aus der Hölle in den Himmel. Das Hotel hat absolut europäischen Standard inklusive Klimaanlage und allen notwendigen Annehmlichkeiten.

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Nun wurde es auch schon wieder finster (gegen circa 17:00 Uhr) und ich beschloss noch, mir etwas warmes zu Essen zu suchen. Ich spazierte vorbei an dem  Ben Tre Night Market der direkt am Ben Tre River liegt und sich damit quasi vor der Haustür meines Hotels befindet. Die Verkaufsstände dort verkaufen vorwiegend Obst, Gemüse und irgendwelchen Ramsch.

Nach gefühlt über 20 Pho‘s in der Vergangenheit wollte ich nun etwas mit Reis zu essen bekommen. Dies schien ein Ding der Unmöglichkeit zu sein und so endete mein Tag wie so viele andere mit einer warmen vietnamesischen Suppe

Es werden hier um 20:00 Uhr sowieso die Gehsteige hoch geklappt, nur die Mopeds rauschen dir noch um die Ohren.

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Do, 15.12.22 / “der Moped”

Der nächste Morgen begann mit einer guten Nachricht: mein neues Zimmer war bezugsfertig und so konnte ich bereits um circa 10:00 Uhr nach einem sehr guten und reichhaltigen Frühstück mein neues Zimmer im 15. Stock beziehen. Tatsächlich hat dieses einen Balkon mit Blick auf den Fluss, der Stadt seinen Namen gibt.

Heute um 14:00 Uhr sollte auch endlich mein Moped bereitstehen, welches vom Hotel für mich organisiert worden war. Weiters habe ich mir vorgenommen, einen der der berühmten Floating Markets zu besuchen. Meine Idee war, mit dem Moped dorthin zu fahren. Diese Idee wurde von den freundlichen Mitarbeiter an der Rezeption mit einem leichten Lächeln und einem Kopfschütteln 🙈 quittiert. Letztendlich stellte es sich heraus, dass ein Großteil dieser verschiedenen Floating Markets in der Gegend rund um Can Tho stattfinden. Bis dorthin ist es mit dem Moped einfach zu weit. Daher musste einen Plan B her: die freundlichen Mitarbeiterinnen organisiert dann mir daraufhin für Freitag den 16. Dezember ein Bus Ticket mit dem ich von Ben Tre nach Can Tho fahren kann. Da die beste Zeit, um so einen Markt zu besuchen, ab 5:00 Uhr in der Früh ist, ist es auch notwendig in der Nähe zu übernachten und erst am nächsten Tag wieder zurück zu fahren. Auch die Rückfahrt hat mir das Hotel organisiert – natürlich mit einem privaten  lokalen Taxi, welches man nicht so einfach über das Internet buchen kann 👍🏻.

Um 14:00 Uhr habe ich dann das für mich bestellte Moped übernommen. Meine Freude war ein wenig gedämpft, da ist ein super alter Roller war, der schon ziemlich abgefuckt aussieht. Trotzdem lasse ich mir eine Ausfahrt in das 18 km entfernte My Tho nicht nehmen. Ein kurzer Check bestätigt meine Befürchtung: Die Tankfüllung reicht (hoffentlich) gerade noch bis zur nächsten Tankstelle. Auch das war schnell erledigt. In My Tho angekommen wollte ich eigentlich nur ein gutes Restaurant aufsuchen. Wie üblich gestaltete sich dies nicht sehr einfach, insbesondere wenn man so genannte „ westliche Maßstäbe“ ansetzt.

Letztendlich gelang es mir dann aber doch, einen coolen Laden zu finden. Dort wurde dann als Vorspeise eine Schwammerlsuppe serviert und als Hauptspeise gab es ein (kleines) Steak mit Rotwein Soße. Alles zwar nicht so, wie man es von zu Hause kennt, aber als Alternative zum täglichen Phò hat es mir trotzdem wunderbar geschmeckt. Sogar Pommes Frites gab es als Beilage. Mit einem Bier machte das ganze gerade einmal 7 Euro aus. Sowas kann man sich leisten!

Als ich um circa 17:15 Uhr meinen Heimweg wieder antreten will, dämmert es bereits und nun macht sich die fehlende/nicht funktionierende Beleuchtung am Moped auch bemerkbar. Generell ist es für jemanden in Europa nicht leicht, sich vorzustellen, was da alles auf den Straßen unterwegs ist: Mopeds, wo eine ganze Familie mit zwei kleinen Kindern drauf sitzt, Beifahrerinnen, die ganze Tür Rahmen transportieren oder der Bauer, der mich heute überholt hat mit einem selbst gebastelten Drahtkäfig, wo mindestens 20 Hühner im kleinen Boxen untergebracht waren.

Im Hotel angekommen genieße ich erst mal die Ruhe an zwei Dosen Bier. Heute Abend ist Fotobearbeitung und Blog – Schreiben angesagt.

Der morgige Tag verspricht wieder ziemlich aufregend zu werden, da es ja nach Can Tho geht und dann am darauf folgenden Tag  zum Floating Market namens Cai Rang.

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Fr, 16.12.22 / “auf nach Can Tho”

Der Freitag morgen beginnt mit einem guten Frühstück im Hotel. Danach beginne ich endlich die Fotos der vergangenen Tage zu überspielen und auch zu bearbeiten.

Die Zeit verfliegt und so holt mich der vom Hotel bestellte Taxifahrer pünktlich um 12:00 Uhr ab und bringt mich zur Station der lokalen Buslinien.

Das Ticket ist schnell gekauft, doch nun heißt es warten bis 13:30 Uhr, wo der Bus nach Can Tho startet.

Die Busfahrt ist ein Erlebnis für sich. Zu Beginn der Fahrt ist der Bus noch nicht ganz voll – ein paar Personen, alles locals nehmen Platz. 

Dies ändert sich bald, denn kontinuierlich nehmen wir nicht nur Personen sondern auch Gebäck auf. Letztendlich hatte ich den Eindruck dass im Bus mehr Pakete und Säcke als Personen mitgefahren sind. Die transportierten Waren sind durch aus skurril: aus einer Tasche vorne höre ich eine Katze miauen, Säcke mit Reisnudeln, große Boxen umwickelt mit Isolierband und auf den Sitzen hinter mir höre ich ein Gackern 🐓 – ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob es sich tatsächlich um ein Huhn handelt.

Die Straßen im Mekong Delta sind sehr schlecht – so etwas kennt man von zu Hause gar nicht. Selbst auf optisch bereits gut ausgebauten Fahrspuren hüpft und rumpelt es die ganze Zeit. An ein Schlafen ist nicht zu denken! Im Ort Can Tho angekommen schnappe ich mir einen Grab – Moped Fahrer, der mich nach einer wie immer amüsanten Fahrt durch Vietnams Straßen nach circa 15 Minuten in mein Hotel Magnolia’s Can Tho bringt. Das Hotelzimmer ist sehr klein – die Fotos auf Google täuschen, zumindest wenn es um das Zimmer #201 geht! – die Aussicht aus dem Fenster beschert einen Blick auf eine Mauer und es ist sehr schwül und heiss. Wenigstens gibt es eine (unter dimensionierte) Klimaanlage. Das war mir aber egal, denn ich sollte ohnehin nur wenige Stunden im Zimmer verbringen.

Der Rezeptionist war super freundlich und hat für mich eine Tour zum Cai Rang Floating Market organisiert.

Natürlich habe ich mir den obligatorischen Spaziergang am Abend inklusive eines Abendessens nicht entgehen lassen. Mit dem Restaurant Lighthouse, welches ich zuvor auf TripAdvisor gefunden habe, habe ich einen Volltreffer gelandet. Hier gibt es westliche Küche in einer Top Qualität!

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Sa, 17.12.22 / “floating Market”

Heute ging es um 5:00 Uhr los. Ein netter junger Mopedfahrer hat mich abgeholt und zur Bootsanlegestelle gebracht. Schnell konnte ich feststellen dass ich der einzige Ausländer war in einem Boot mit circa 20 Vietnamesen. Das eigentlich Problematische daran war aber, dass der Tour Guide alle Sehenswürdigkeiten nur auf vietnamesisch 😵‍💫  erklärt hat. So habe ich so gut wie gar nichts mitbekommen (Die Google Übersetzungsapp war leider so gut wie unbrauchbar).

Es waren drei Stationen geplant:

  1. Der eigentliche Floating Markt inklusive Frühstück
  2. Ein Besuch in irgendeiner Obst/Gemüse fahren (wo ich bis heute nicht weiß worum es dort ging)
  3. Der Besuch einer Fabrik, die Reisnudeln erzeugt. Dies war gar nicht mal so uninteressant.

Ziemlich müde kam ich um circa 10:00 Uhr wieder in meinem Zimmer an. Ich habe mir noch ein kleines Schläfchen gegönnt und um 13:00 Uhr ausgecheckt. Nach einem Mittagessen, direkt am Fluss, welches gar nicht einmal so schlecht war, hat mich dann das Privat Taxi abgeholt.

Für vietnamesische Verhältnisse habe ich sehr viel bezahlt, aber nach westlichen Maßstab dann doch wieder nicht (für 3 Stunden Fahrt und 150 km habe ich umgerechnet 60 € bezahlt). Dafür habe ich aber extrem viel von den Menschen und der Landschaft im Mekong Delta während der Rückfahrt mit bekommen können.

Durch den ständigen Wechsel von heiß (es hatte heute 31 °C) und kalt (Klimaanlagen in diversen Hotelzimmern und Autos) habe ich mir die schon längst fällige Verkühlung zugezogen, welche sehr lästig ist und ich nun erst einmal versuche mit Grippostad C zu bekämpfen.

Fazit: diese schwimmenden Märkte bestehen aus welcher Sicht nur noch wegen der Touristen – was sehr schade ist 😥. Man kann sich das schon einmal anschauen, ein zweites Mal lohnt es sich aber nicht.

warning: many fotos! 😝

 

So, 18.12.22 / “on the road again with the scooter”

Heute ist eigentlich ein Ruhetag und Blogschreiben angesagt. Aber, wer mich kennt, weiß, dass ich so leicht keine Ruhe geben kann 😅. Deshalb habe ich für 10:00 Uhr wieder ein Moped geordert. Mein Plan ist es, einen Ausflug irgendwohin ins Landesinnere des Mekong Deltas zu machen. Mit dem Moped klappt diesmal alles besser, als beim letzten Mal. Diesmal habe ich sogar eines mit Licht und funktionierende Bremsen. Mehr als das: nach vorne hin am Lenker bin ich sogar mit blauem Licht ausgestattet 😂

Der Mopedausflug ist ganz lustig, ich suche einfach auf Google Maps einen Ort mit einem Restaurant, wo ich ein Bier trinken kann. Während der circa 50 km langen Anreise bekomme ich viel mit vom Leben auf dem Land in der Gegend von Ben Tre Garden ziehungsweise im Mekong Delta.

Ansonsten blieb der Ausflug eigentlich verschont von irgendwelchen Höhepunkten – die zwei Flaschen Bier am Wendepunkt meines Ausfluges sind da schon als Highlight (ich hatte eigentlich 1 Flasche Bier bestellt, aber man hat mir einen ganzen Kübel mit Bierflaschen und Eiswürfeln zum Tisch gebracht 🤣) zu bezeichnen.

Als Abschluss des heutigen Tages und vor dem WM Finale Spiel Frankreich – Argentinien, gönne ich mir noch eine Pizza im lokalen Einkaufszentrum von Ben Tre. Diese schmeckt erstaunlich gut/westlich, obwohl es auf der Karte die exotischsten Beläge für eine Pizza gibt, bestelle ich nur eine ganz gewöhnliche mit Schinken und Käse > The Pizza Company

Wieder im Hotel angekommen, ist es an der Zeit zu packen. Morgen werde ich pünktlich um 6:15 Uhr in der Früh abgeholt und zum lokalen Busbahnhof gebracht – es geht weiter nach Kambodscha.

Messi & Co. lassen sich auch extra lange Zeit und mich bis circa 2:00 Uhr in der Früh wach bleiben, bis das Ergebnis feststeht: Der neue Fußball-Weltmeister heißt Argentinien 🇦🇷 – muy bien!

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Mo, 19.12.22 / Weiterreise nach Kambodscha